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424 Wasserhaushalt, Bodenstruktur

Beschrieb und Begriffe

Ziele

Die baulichen Eingriffe erfolgen projektgemäss unter möglichst grosser Schonung des für die landwirtschaftliche Produktion erforderlichen Bodengefüges und unter Einhaltung des vorgegebenen Zeitplanes und der Berücksichtigung des Vegetationsstandes der Kulturen. Die Bodenschutzrichtlinien und Vorgaben werden beim Bau beachtet und eingehalten (vgl. Bodenschutzkonzept bei Meliorationen (Kt. BL)).

Die Bauunternehmungen nehmen bei der Arbeitsausführung Rücksicht auf die Arbeit der Landwirte im Felde und auf den Stand der Kulturen an Ort.

Die ausgeführten Massnahmen erfüllen ihren Zweck. Unterirdisch verlaufende bestehende Drainagen sind an das neue Entwässerungssystem angeschlossen.

Der Zugang zu den Anlagen ist gewährleistet und die Durchführung von Unterhaltsarbeiten ist ohne grosse Einschränkungen möglich.

Methoden und Verfahren

Bewilligungsverfahren Mit den Bauarbeiten darf erst begonnen werden, wenn die erforderlichen Bewilligungsverfahren bezüglich den raumwirksamen Eingriffen und den finanziellen Rahmenbedingungen in Rechtskraft erwachsen sind (vgl. 120 Verfahren und Abläufe).

Bauausführung Der Bau von Entwässerungsleitungen erfolgt von unten (Vorfluter) nach oben (Ursprungsparzelle). Bei zufliessendem Wasser ist eine geeignete Wasserhaltung einzurichten.

Verlegung der Rohre Die Verlegung von Entwässerungsleitungen kann je nach den örtlichen Gegebenheiten und den Anforderungen im Projekt nach folgenden Methoden erfolgen:

  • mit Bagger und für die Aufnahme der Rohre vorbereiteter Grabensohle
  • mit Grabenfräse und Hinterfüllung von Filtermaterial in feinkörnigen Böden
  • mit gezogenem Tiefenpflug und gleichzeitigem Einzug der Schlauchrohre, ev. Hinterfüllung von Filtermaterial in feinkörnigen Böden

Gezogener Tiefenpflug, Feldregulierung Roggenburg BL (Bild: R. Breu)
Das Aushubmaterial ist nach A- und B-Horizont zu separieren und möglichst an Ort wieder eingebracht und zur Bodenbildung und Anpassung des Terrains verwendet werden.

Versetzen von Schächten Das Versetzen der Schächte erfordert den Einsatz eines Baggers. Das Aushubmaterial sollte möglichst an Ort wieder eingebracht und zur Bodenbildung und Anpassung des Schachts an das Terrain verwendet werden. (vgl. auch Bodenschutzkonzept bei Meliorationen (Kt. BL)).

Baustelleninstallation Die Baustelleninstallation und das Zuführen sowie Lagern der schweren Bauteile wie Zementröhren, Schachtelemente, Filtermaterial usw. ist entsprechend den geltenden gesetzlichen Grundlagen, den örtlichen Gegebenheiten und den klimatischen Bedingungen entsprechend den Bodenschutzkriterien zu organisieren und auszuführen.

Rekultivierung von überschüssigem Material Überschüssiges Erdmaterial, insbesondere aus dem B-Horizont, ist möglichst auf der Baustelle an geeigneter Stelle gemäss Detailprojektierung (334) und entsprechend den Bodenschutzkriterien wieder zu verwenden (vgl. auch Bodenschutzkonzept bei Meliorationen (Kt. BL)).

Bodenschutz Die Bauausführung hat auf die Empfindlichkeit der zu bearbeitenden Böden Rücksicht zu nehmen. Die entsprechenden Bauauflagen sind während den Bauarbeiten zu überwachen. Weitergehende Informationen siehe:

Bauen in Gewässerschutzzonen In der Regel werden in Gewässerschutzzonen keine Entwässerungssysteme neu gebaut. Für den Betrieb und Unterhalt oder eine zwischenzeitliche Beanspruchung von Boden im Bereich von Gewässerschutzzonen sind die Bauarbeiten entsprechend den gesetzlichen Grundlagen vorzunehmen.

Leitungskataster Die Leitungen sind unmittelbar nach dem Verlegen im Boden und möglichst noch vor dem Zudecken einzumessen und in den Leitungskataster der Gemeinde aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit kann die projektverantwortliche Fachperson auch die bauliche Ausführung kontrollieren und die Hinterfüllung der Leitung freigeben.

Normen / Publikationen

Situation in der Schweiz

Noch bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Drainagen meist in mühsamer Handarbeit erstellt.

Draineur (Rheintal-Melioration

Den Draineuren, meist Bauern, standen besondere Werkzeuge zur Verfügung. So wurde in 3 bis vier Stichen mit rund 30 cm langen und schmalen, trapezförmigen Spaten der Oberboden auf die erforderliche Tiefe abgetragen. Mit dem letzten Stich verblieb eine Grabenbreite, welche auf das zu verlegende Tonrohr abgestimmt war. Vor dem Verlegen wurde mit einem besonderen Gerät die Sohle sauber abgezogen und von Steinen und Erdmaterial befreit. Mit einem Legestachel wurden die Tonrohre verlegt, aneinander geschoben. Als Filter wurden bei Bedarf Humus ab dem Grabenrand, Tannäste und dergleichen Material eingebracht. Mit der Hinterfüllung des ausgehobenen Bodens blieb bei Beendigung der Bauarbeiten ein kleiner Hügel über dem Graben zurück. Dem lockeren Grabenmaterial wurde Zeit gegeben, sich unter den witterungsbedingten Einflüssen wieder zu setzen und ein optimales Bodengefüge zu bilden. Dieser Prozess dauerte bis zu zwei Jahre. In dieser Zeit wurden keine schweren Fahrzeuge über die neu erstellten Drainagen gefahren und mit meliorativen Bodenverbesserungsmassnahmen eine möglichst rasche Rekultivierung erreicht.

Fallbeispiele

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